Freitag, 25. Mai 2012

Frauenfreundschaft – oder: meine gesammelten Lebensweisheiten ;-)


Ich möchte meinen Töchtern eines auf den Weg geben, eine Tatsache, die keine Frau aus den Augen verlieren sollte: Frauen sind für uns Frauen im Leben wichtiger als Männer. Nur Frauen können unser Seelenleben wirklich ausreichend ausfüllen. Für Männer empfinden wir Leidenschaft, Feuer, Aggression, Anspannung und Entspannung. Wir suchen nach dem Richtigen zur Fortpflanzung, einem bei dem wir es uns vorstellen können, dass er das Nest bewacht und beschützt. Und die Frauen in unserem Leben, sie füllen alle übriggebliebenen Lücken aus. Sie sind der Fächer in unserer Hand. Ohne Frauenfreundschaften ist das Leben einer Frau einspurig.

Die Hohe Kunst des Lebens ist das richtige Maß zu finden: die genau richtige Anzahl von Frauenfreundschaften, damit es der Seele gut geht. Eine Frau ohne Freundinnen ist eine arme Seele.

Ich kenne Frauen, die keine echten Freundinnen haben. Sie sind verbittert, kritisch und einsam (leider merken sie es nicht). Sie haben niemanden, der ihnen mal Gegenwind macht, der sie wieder in die richtige Richtung justiert. Sie leben in einer Scheinwelt. Sie denken, dass das was sie tun das einzig Richtige sei und alle anderen seien die Idioten.

Mir sind meine Freundinnen sehr wichtig. Jede unterschiedlich, jede ganz anders und individuell. Jede ein Teil meines Fächers. Jede von Ihnen lässt eine andere Saite an mir erklingen. Sie dürfen und sollen mich kritisieren (was Uwe nicht darf, Gott bewahre!), sie sind in der Werkstatt meine Musen, sie sind meine Fotomodelle, sie sind meine Seelentröster, sie sind meine Ideenschmiede, sie sind meine Lebensbegleiter, sie sind meine Entscheidungshelfer, sie sind die, die mich verstehen. Sie sind die, die verstehen und akzeptieren, dass ich komplex bin, dass ich nicht genug Zeit habe, um all das zu machen, was ich möchte, die es nicht erschreckt, dass ich immer mehr will, die meine Launen und meine Migränen klaglos aushalten, die keine Eifersucht mir gegenüber hegen.

Die Eifersucht ist eine Charaktereigenschaft, die nicht meine Natur ist. Umso mehr und überraschend trifft sie mich, wenn andere sie empfinden. Sie kommt wie aus dem Hinterhalt und bohrt mir das Messer in den Rücken. Aber diese Verletzungen muss ich bei meinen Freundinnen nicht fürchten. Denn ich bin weise geworden über die Jahre  in der Wahl „meiner Frauen“. Wenn man so wie ich mit fast 40 immer noch  naiv durch die Welt tingelt, muss man eine gewisse Weisheit entwickeln, um nicht gebrochen zu werden.

„Meine Frauen“ sind die Besten. Sie alle sind der Beweis dafür, dass Stutenbissigkeit nicht biologisch bei uns angelegt ist.

Dienstag, 8. Mai 2012

AuPair-Aktuell – oder: Mission impossible


Es ist 15:45 Uhr. Eigelicht türmt sich mein Schreibtisch hier in der Agentur unter der Last der Schmierzettel, Akten und unfertiger Dokumente. Meine Kinder kommen gleich von der Schule nach Hause und sind startklar für den Geburtstagsmarathon: morgen Clio, übermorgen Clara. Jedes Jahr eine Ausnahme-Woche im Hause Borgers.

Aber ich muss das jetzt mal los werden.

Was ist nur in der Zeit meines Urlaubs (April) hier in Deutschland passiert? Sind die Menschen hier mit einer Art Nervengas vergiftete worden, so dass sie jetzt ihre Beziehungen untereinader vergiften? Leute, es ist Mai!!! Das ist nicht der typische Monat für soooo viele Kündigungen und Wechsel im AuPair-Geschäft. Noch nie - seit 10 Jahren nicht - hatte ich so viele Gastfamilien und AuPairs die miteinander unzufrieden sind. Das erschreckende ist, dass mir scheint, dass sie sich nicht verstehen! Nein, das hat nichts mit den Sprachkenntnissen zu tun. Sie verstehen sich nicht, weil sie sich nicht zuhören, sich nicht die Zeit nehmen zum Zuhören, sie aus Bequemlichkeit auf Empathie verzichten.

Die Gastfamilie von heute will ein AuPair, dass perfekt funktioniert (verständlich), alles sofort versteht (unmöglich), mit den Kindern auf einer Wellenlänge ist (was oft selbst die Mütter nicht schaffen), gleichzeitig aber den Kindern Grenzen setzt (was fast immer die eigenen Mütter nicht schaffen [ich denke da nur an meine Freundin Sandra, deren Fotostudio regelmäßig von kleinen Prinzessinnen und Prinzen auseinandergenommen wird und die Mutter sieht beiläufig lächelnd  drüber hinweg]). Sie wollen ein AuPair, das Wäsche waschen kann (ist doch klar, dass es Wäsche für 30 Grad gibt, für 40, 50, 90, kalt und handwarm, mit Perwoll und mit Bleiche, linksgedreht und rechtsgedreht,…), auf Induktion am Herd reagiert, und die preußische Pünktlichkeit in ihrem asiatischen Blut hat.

Die AuPairs haben schon bei Ankunft am Frankfurter Flughafen die Definition von „AuPair“ vergessen, sowie die Deutschkenntnisse, und mit dem ersten Schluck des deutschen Wassers ihre Anforderungen in erschreckende Höhen geschraubt: Apartment in der City, W-Lan, Laptop, Intensivkurs, Taxiservice,… Die Kinder sind ihnen zu agil, zu frech, zu laut, die Gasteltern zu selten da, zu oft da, das Klima zu kalt, die Straßen zu sauber, die Wege zu weit, die Uhren zu präsent, die Arbeit zu viel.

Übertrieben? Ne, leider nicht.

Mein Job ist es: Beide Seiten wieder runterzufahren und sie miteinander zu verbinden. Härter denn je.

(Auf dem Foto [analog] seht ihr eines unser damaligen AuPairs Lucie – sie hat mich in den Wahnsinn getrieben ;-), aber sie war eine der Besten für meine (damals nur eine) Tochter. Und darum geht es doch, es geht um unsere Kinder, und nicht um unsere persönlichen Erwartungen)

Freitag, 4. Mai 2012

Wissensdurst – oder: Fragen über Fragen


Muss man vor Gentechnik Angst haben? Was hat Angst als Folge? Ist es nicht ratsamer seine Kenntnisse zu Verbessern statt in einer Angststarre zu verweilen? Was halte ich von synthetischer Biologie?

Ist es erstrebenswert in einem Haus zu wohnen, das so rein ist, dass man vom Boden essen kann? Ist klinisch rein zu leben erstrebenswert? Ist weiß klinisch rein? Ist es phantasielos sich rein weiß zu kleiden? Ist es sonderlich zehn Jahre nur weiße Bettwäsche zu benutzen?

Ist es zu früh einer 8jährigen einen Laptop zu geben? Muss eine 13jährige ein iPad haben? Sind alle anderen Eltern besser? Dürfen alle anderen Kinder tatsächlich länger weg bleiben? Ist erziehen heute schwerer als früher? Ist alles früher besser gewesen als heute? Hat die ältere Generation vielleicht einfach nur den ganz normalen Erinnerungsprozess durchgemacht und vieles Negative vergessen?

Wieso kann ich mir nichts Negatives merken? Wieso merke ich mir alles als Fotos?

Wieso weigere ich mich männliches Vokabular zu benutzen, wenn ich mit Handwerkern spreche? Warum mache ich das, obwohl ich weiss, dass sie mich dann noch weniger verstehen? Wieso lebt bei mir die Wand und der Tisch fühlt sich traurig? Wieso sage ich Dinge zum Fliesenleger wie, dass die falsch verlegten Fliesen den Betrachter stechen? Warum hat bei mir die Sahne im Tee Ecken, die Kondensmilch im Tee ist aber rund?

Warum sind Ansammlungen von mehr als 8 Personen für mich anstrengend? Muss ich mir da Sorgen machen? Bin ich eigentlich ein Eremit?

Wie schafft es UPS immer freundliche Mitarbeiter zu haben obwohl sie immer einen Overall in der Farbe vom frischen Durchfall tragen müssen?

Warum ist nie Milch im Kühlschrank, wenn die Kinder Pfannkuchen haben wollen?

Wird das Wetter am Wochenende schön? Kann ich dann Rasen mähen?
                                                                                                                   

In diesem Sinne, euch allen ein schönes Wochenende!